Der Harvard-Jurist Ben Edelman hat sich einer lukrativen Form des Squattings im Internet angenommen – dem Typosquatting. Ziel war es, die Verbreitung dieses Phänomens zu recherchieren.

Typosquatting ist eine Form von Cybersquatting, die darauf beruht, dass ein Internetuser eine Webadresse versehentlich falsch eintippt und dann auf eine alternative Webseite geführt wird, die dem Typosquatter Einnahmen verschafft.  Dies können Einnahmen aus Werbung sein, aber auch Affiliate-/Partnerprogramme. Im schlimmsten Falle erweckt der Squatter den Eindruck, er sei der „echte Anbieter“ und gewinnt dem Nutzer vertrauliche Daten ab („Phishing“) oder schleust Malware auf seinen Rechner.

Stichprobenartig wurden unter der Endung .COM Top-Domains ausgewählt, für diese die Vertippervarianten ermittelt und registrierte Domains recherchiert. Das Ergebnis lässt die professionelle Vorgehensweise der Squatter erahnen: Um jede der Top-Domains existiert eine „Wolke“ von 281 Vertipperdomains.

Und Hauptprofiteur sind nicht nur die Typosquatter, sondern vor allem auch die Anbieter von PPC-Werbung, u.a. Google und Yahoo, deren Programme für ca. 80% der Vertipper zur Monetisierung des Traffics genutzt werden. Google soll schätzungsweise knapp 500 Mio USD mit diesem Geschäft verdienen. Das traurige dabei ist: Teilweise auch durch die geschädigten selbst, denn deren Werbeanzeigen erscheinen natürlich auch für die Keywords rund um Vertipper der eigenen Namen. Hinzu kommt natürlich der Vertrauensverlust und die Verwirrung der Geschäftspartner.

Dieser Art der Namensverletzung kann man u.a. mit Überwachung oder einer Vertipperdomain-Analyse entgegenwirken, die die Situation analysiert und aus der sich Maßnahmen zur Bekämpfung ableiten lassen.

Quelle: intern.de, benedelman.org