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Auswirkungen der DSGVO auf Whoisdaten von Domains

April 24th, 2018 · No Comments · Domainrecht / law

Das Eintreten der DSGVO am 25. Mai 2018 hat auch direkte Auswirkungen auf das Domaingeschäft. So werden über den sog. Whois Service quasi für jede Endung Daten zum Inhaber, Admin-C, und Tech-C (technischer Kontakt) sowie weitere technische Informationen zum Abruf idR. via Webform zur Verfügung gestellt. Die Herausgabe bzw. auch überhaupt das Sammeln diese Daten wird per Ende Mai bei den meisten Top Level Domains ein Ende haben. Folgend einige Beispiele:

  • .AT (nic.at)

Die österreichische Domainverwaltung nic.at wird ab Mitte Mai keine Daten von natürlichen Personen mehr ausgeben, außer dies ist ausdrücklich erwünscht (z.B. Domainhändler). Wenn der Domaininhaber eine Firma ist, wird weiterhin der Name und Adresse veröffentlicht, (E-Mail, Fax, Telefon können auf Wunsch nicht veröffentlicht werden). Einen Admin-C wird es nicht mehr geben. Gleichzeitig wird es ein Verfahren für Strafverfolgungsbehörden und Anwälte geben, in dem diese private Inhaberdaten abfragen können. Inhaber von Domains können sich Daten zu ihren eigenen Domains zusenden lassen.

  • .DE (Denic)

Die Denic erprobt seit einiger Zeit schon die Nutzung des Whois Service. So muss seit geraumer Zeit ein Grund angegeben werden, warum man Whoisdaten auf der Denic Website zu einer Domain abfragen möchte. Die erfassten Daten sollen zukünftig erheblich reduziert werden. So wird nur noch der Domaininhaber und zwei zusätzliche allgemeine Emailadressen (General Request und Abuse) für die Kontaktaufnahme erfasst werden. Kontakte wie Admin-C, Tech-C und Zone-C wird es nicht mehr geben. Die Herausgabe von Kontaktdaten bei vermuteten Mißbrauchsfällen wird in einem semi-automatischen Prozess abgebildet werden.

  • .UK (Nominet)

Auch Nominet wird ab dem 25. Mai keine persönlichen Daten mehr zum Inhaber auswerfen. Gleichwohl wird einen Opt-in für die Veröffentlichung geben. Auch soll Markeninhaber und Strafverfolger in einem definierten Prozess diese Daten abfragen können. Die Abfragen könnten jedoch kostenpflichtig werden, wobei bisher keine Preise genannt wurden. Zeitversetzt sollen die Whoisdaten jedoch auch kostenfrei zugesandt werden.

  • .LV (nic.lv)

Auch der lettische Domainverwalter NIC.LV wird die Whoisdaten erheblich reduzieren. So wird es keine Daten mehr zu natürlichen Personen als Inhaber geben. Zur Kontaktaufnahme soll ein Formular im Whois-Dienst verankert werden.

  • .BE (DNS Belgium)

DNS.BE wird die Whoisdaten für natürliche Personen reduzieren. Für Unternehmensdaten ändert sich nichts. Im Whois soll außerdem ein Kontaktformular installiert werden.

Auch die Vergabestelle für TLDs wie .af, .cx, .gs, .gy, .ht, .hn, .ki, .kn, .sb, .tl, .kn, .ms oder .nf. bietet künftig einen bezahlten Whoisauszug für „berechtigte“ Interessenten an. Diese Abfragen sollen einen einstelligen $-Betrag kosten.

Für Dienstleister im Bereich Domains und Markenrechtler wird sich die Arbeit damit erschweren, um Transfers durchzuführen oder analytisch für Kunden tätig zu werden.

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